Aktuelles

  • It´s Your CenturY! - Aufruf zum Abbau

    21 September 2012

    Herzliche Einladung zur großen Schlussaktion von Our CenturY, dem temporären Eingangsportal zur Jahrhunderthalle Bochum! In diesem Sommer hat das Künstlerduo Folke Köbberling und Martin Kaltwasser gemeinsam mit über 200 freiwilligen Helfern, das Gelände rund um die Jahrhunderthalle in eine urbane Landschaft verwandelt und einen Möglichkeits- und Erzählraum geschaffen, der die Besucher zu spontanen Begegnungen und unerwarteten Gesprächen eingeladen hat.

    Mit Abschluss der Ruhrtriennale wird Our CenturY abgebaut: Vom 1. bis zum 7. Oktober freuen wir uns wieder über freiwillige Helfer, die Our CenturY in Your Century verwandeln. Gemeinsam wird die Skulptur demontiert, die Paletten von den Intarsien befreit und das sorgfältig behandelte und liebevoll eingebaute Material einer neuen Bestimmung zugeführt. Teile der Skulptur können von den Helfern mitgenommen und weiterverwendet werden.

    Folke Köbberling, Martin Kaltwasser und das Team der Ruhrtriennale

    Infos:
    1.-7. Oktober 2012, täglich ab 10 Uhr
    Bochum, Jahrhunderthalle
    Anmeldung und Information bei Cathrin Rose,
    c.rose@ruhrtriennale.de, 0209-60507147.


  • Die Entstehung von Our CenturY - Eine kurze persönliche Rückschau in vier Teilen von Martin Kaltwasser

    17 September 2012

    1. Vorbereitung

    (noch in Bearbeitung)

     

    2. Vor den Wasserwelten

    Es war dann alles anders. Zuvor in den drei Wochen wuchs ein Autobahndreieck heran, gebaut aus Gerüstbauteilen, Europaletten und Intarsien, es wuchs die Anzahl der mitbauenden Freiwilligen, der eingesetzten Akkuschrauber, der verbrauchten Schrauben, die Größe des Bauplatzes und ganz allmählich die Bauerfahrung aller Bauleute. Es wuchs der Enthusiasmus, es wuchsen die netten Gespräche, die zwischenmenschlichen Kontakte, die ruhigen Momente, die von Sonne gebräunte Haut. Unsere Baustelle ist vielleicht die leichteste, freundlichste und offenste Baustelle des Ruhrgebiets. Erst kamen die Eltern mit ihren Kindern um mitzubauen, es kamen Rentner und es kamen die Menschen, die blieben. Und die Baustelle unendlich beseelten: Gesa, Verena, Kaan, Christian und Gunda, Monika, Ulf, Vera, Cathrin, Judith, Meike, Jan, Clara, Leah, Jonathan, Berit, Desmond, die Jugendlichen von Unart e.V. ... und Tanja Alstede, Aylin Aksut, Leon Aksut, Menekse Aksüt, Chantal Ascone, Kaan Aylin, GesaLi Barthold, Kirsten Bender, Bodo Bender, Susanne Blank, Hendrik von Boxberg, Carsten Brämer, Luisa Brämer, Lucas Brämer, Monika Brendgen, Nora Breuker, Iris Brockmann, Billy Brockmann, David Busley, Gunda Busley, Bastian Cherlet, Benjamin Chitralla, Carmelo DeFeo, Elke Dietinger, Hüsamettin Dizdar, Huramettin Dizdar, Rolf Donner, Lasse Düsterhaus, Dagmar Engels, Jan-Luis Engels, Beatrix Evers-Glewe, Nicole Fehrenbacher, Heinz Fidorra, Ina Fiege, Jürgen Frölich, Mechthild Frölich, Steffi Funk, Tobias Geise, Ingelore Geller, Matthias Gerden, Miriam Goerdt, C. Goerdt, Dominik Goldmann, Piria Grampiero, Christine Gran, Greta Granderath, Ilja Gronowski, Doris Halfmann, Barbara Hecker, Manfred Hecker, Martina Hielscher, Caroline Hielscher, Fabian Hielscher, Ronny Höltermann, Hubert Holthoff, Laurenz Holthoff, Sarah Jahnke, Claudia Jankowski, Carina Jankowski, Lennart Jankowski, Sarah Kaes, David Kempf, Gerson Kerner, Berit Kerner, Jonathan Kerner, Janika Kerner, Leah Kerner, Gudrun Keßler-Wiedeck, A. Klein-Gunnewyk, J. Klimc, Lucas Körschgen, Elisabeth Krohn, Leven Kruber, Joel Kruber, Nicolai Kühling, Joshi Kuklinski, Julia Küpper, Nadine Langer, Vanessa Lees, Julia Lerenzu, Dr. Verena Liebers, Dorothea Liebscher, Stephanie von Lieres, Sabrina Littawe, Franca Lohmann, Moritz Löwe, Nico Mannhaupt, Regina Marn-Kampmann, Dennis Matz, Anton Meier, Ulrike Meier, Malwina Mikolajczyk, Alan Miles, Matthias Mohr, Theresa Mommsen, Finn Mommsen, Ute Nielhaker-Jesse, Carolin Nüser, Martin Obermayr, Brigitte Olbrisch, S. Osthaus, Stefan Parusel, Marietta Piekenbrock, Kim Pöckler, Katrin Preuß, Sabrina Prinsloo, Katja Pruß, Samina Pruß, Ambra Pühlen, Dr. Anne Rauhut, Martin Reulecke, Rebecca Rinke, Bärbel Roberz, Wolfgang Roberz, Antonia Rohwetter, Friederike Ronnefeldt, Julian Ronnefeldt, Emma Rose, Annika Rötzel, Patrick Nicolas Ruiz, Michaela Ruthotto, Beate Scherzer, Sebastian Schlecht, Anna Lena Schmidt, Marc Schmidt, Friedrich Schmidt, Christiane Schmitz, Matthias Schnier, Scholtz, Phillip Schulte, Susanne Schuran, Saskia Schuster, Camelita Sener, Dustin Sippel, Rany Stauch, Christian Steffens, Lukas Stolz, Manfred Strecker, Hermann Teigelkamp, Wolfgang Thomas, Lena Tischoff, Hendrick Tobes, Eileen Trache, Melanie Voelkel, Petra Waldraff, Ulrique Weber, Julia Weinstock, Wieczorek, Tillmann Wiegand, Meike Wieland, Thomas Wieland, Max Wullenhorst, Sebastian Zimmermann, Jaourad Zoalouki, und gestandene Handwerker wie Hjalmar, Frank und Deba, aber da war es schon fast zu spät denn es wuchs stetig auch die Zeitkeule, es folgte zuckersüße Deadline auf Deadline, denen wir entgegenarbeiteten, mit kilometerlangen Intarsienadern annäherten im Europalettenfluss. Die Zeitkeule wuchs langsam zur Monstrosität heran, ich konterte mit der Steigerung meines persönlichen Arbeitspensums, 14h - 16h - 18h zuletzt. Die schönste Baustelle Bochums musste fertig werden, Brücken, Wege, Plattformen, Stege, Gangways hatten trittsicher, stolpersicher, rutschfest, stabil und brandresistent zu sein auf einer Weglänge von 1000 Metern, einer Fläche von 3000 qm. Diese 3000 qm wollten wohlgestaltet sein: sorgfältig, liebevoll, kenntnisreich, überraschend, sensibel, wohl komponiert, eruptiv und ausgewogen beplankt, adaptiert, verschraubt und skulpturiert werden. Und dies taten wir, klar, doch setzten dem beschwingten Baufluss die nahenden Deadlines immer mehr stop-and-go entgegen. Wir mussten uns arrangieren. Flexibilität war gefragt und Material musste permanent bewegt werden, unsichtbar und doch weiterverarbeitet werden. Wir mussten nicht mehr brauchbares von noch verwendungswürdigem Material trennen - dies konkurrierte mit unserer gestalterischen Praxis. Einerseits, um die Skulptur zügig fertig zu bauen benötigten wir die Materialauswahl, andererseits musste der Platz stubenrein werden. Schnellstens. Wir schafften das. Indem wir die Deadlines überall kürzten, die Herstellung von Palettenwegen und Intarsienfüllungen drastisch rationalisierten und noch Raum ließen für Schönheiten, Details. Die besten Freiwilligen entwarfen und bauten die aus der Plattform herauswachsenden Sitzskulpturen: Monika, Gesa, Ulf, Christian, Gunda, Very, Helmut... Das geschah wie von selbst. Alle die hier schon länger und entscheidend an der Skulptur mitgebaut hatten, durften sich nun austoben. Es setzte inmitten der großen Plattform eine ruhige, kontemplative, akribische Baustimmung ein. Es entstand Sitz für Sitz, Kunstwerk für Kunstwerk. Derweil schafften wir auch, die großen vertikalen Flächen an Rampe, Rampenzubringern und andere Extremitäten der Skulptur zu vollenden.

     

    3. In den Wasserwelten

    Dann war es aus, vorbei. Während die Freiwilligen zusammen mit Ulf, Vera und Desmond noch restliche Details vollendeten, zog ich mit meinem Werkzeug zu den Wasserwelten. Drei Tage blieben noch, um die bis dato roh hingezimmerte Wasserwelten-Plattform mit weiteren skulpturalen Implantaten zum Fest für die Sinne zu machen und ich hatte irgendwie keine Lust mehr darauf. Die Tage vorher hatten irgendwie Kraft gekostet. Ungewohnt in meiner plötzlich aufkommenden Leidenschaftslosigkeit hoffte ich darauf, dass diese drei Tage schnell vorbei sind und der ganze Stress sowieso, noch ein Feierabendbier dann, die Eröffnung, die Reden, die Ruhrtriennaleeröffnungsparty, pennen, einpacken, Rückfahrt, Berlin.
    Es wurde aber alles anders.
    Es wurde: Ein wahrer Baurausch³!
    Und anders als auf dem Plateau vor der Halle entsprang dieser Rausch ganz still und unmerklich der plötzlichen Ruhe, die einen hier in dieser Betonumgebung umgab. Vorher hatten wir öffentlich gebaut. Viele Fragen neugieriger Passanten, tiefgehende Gespräche, 10 Baustellen gleichzeitig, tagelang nicht zur Ruhe kommen, ständig neue Freiwillige, ständiges Wir geben Wissen weiter und planen und bauen gleichzeitig AG. Im Unterschied zu der Arbeit vor der Jahrhunderthalle waren keine Wege auszubauen, keine Intarsien auszumessen, zuzusägen, einzupassen, sondern Sitze zu produzieren für die temporäre Terrasse des frisch eröffneten Jahrhunderthallenrestaurants. „Um es kurz zu machen," dachte ich mir, „rationalisiere ich einfach die Sitzproduktion! Brauchen die Leute vorne auf der Plattform bis zu einem Tag für die Fertigstellung eines Sitzes, mache ich einen Sitz in max. 1h oder noch kürzer". Pragmatismus rules! Zuerst filterte ich die brauchbaren Paletten aus, stapelte je drei übereinander, verschraubte sie und sägte nach Standardmaß aus bereitgestellten Platten die Seitenverkleidungen, Front, Rück, Intarsien. Ich verschraubte sie und schaffte 58 Minuten für den ersten Sitz. Der nächste Sitz benötigte 47 Minuten, der Dritte fünfunddreißig Minuten. Ich hatte sogar Zeit für Spielereien. Dann baute ich einen Musterabschnitt der Geländerintarsien am Plattformgeländer. Da blitzte sie auf, die Baulust! Nun also doch. Weil es freestyle-Bauen ist, kein Intarsiengefrickel mehr. Die Helfer hatten alle 17 Kisten mit Sägeabschnitten und Holzresten auf die Plattform gestellt. Ich konnte aus dem Vollen schöpfen und ohne zu sägen das Wandmosaik anschrauben: Von oben nach unten, von hell zu dunkel, immer dicht an dicht, lückenlos, nur die Palettenspalten frei lassen. Nach und nach kamen immer mehr Helferinnen und Helfer auf die Plattform, ich instruierte sie im Dreierpalettenstapel-Verschrauben und -verkleiden, sie bauten die Prototypen nach und Ulf schraubte neben mir das Wandmosaik weiter. Wunderschön! Monika, Christine und Verena kamen und sie übernahmen das Wandmosaik, ich widmete mich anderen Bauaufgaben, dem Bau stabiler Plattformgeländerstützen, einer Sitzbank an der hinteren Betonwand. Wir waren nun alle versammelt hier unten auf der Holzplattform, die core group, in gleißender Sonne bei stehender Luft im Freiluftatelier und ungestört, fieberhaft am arbeiten. Denn hier unten kam kein Laufpublikum vorbei, keine Touristen. Wir waren unter uns und wir waren schnell! Die Jungs schraubten die Sitze zusammen, verwandelten sie in kleine Skulpturen, die Damen machten Mosaiken, ich die Sitzbank, die Tage vergingen wie im Flug und mir kam die Idee: Auto-Scooter! Einem Dreipalettensitz verpasste ich eine Heckantenne und ein Lenkrad, ich griff mir den Hubwagen, die Ameise, und raste schon mit Desmond auf dem Scooter über die Plattform. Yeaaah! Alle lachten und die Sache war klar. Dann geschah die Ideen-Explosion, die Ideen flossen bei allen nur so raus, und wir bauten die Autoscooter-Boliden freestyle, Baurausch, Ekstase, und wir wurden genial unterstützt vom ADFC Gelsenkirchen, der genau im richtigen Moment mit einer schlagkräftigen Truppe von 15 superfitten Rentnern an den letzten beiden Tagen aufkreuzte und sägte, schraubte, bohrte, gut gelaunt und ausdauernd! Und mir verschaffte dieser Schlussakkord das bleibende Gefühl von Our CenturY, von Bochum, vom Ruhrgebiet, als offenem, aktivem, ebenerdigem Soziokosmos.

     

    4. Nach den Wasserwelten

    Eröffnung-Interim-Rückschau

    (noch in Bearbeitung)

     


  • Stadt als Prozess

    07 September 2012
    © Andreas Reiche

    Wir verstehen die Stadt nicht als ein Ideal, dessen Vollendung einem kleinen Zirkel von Entscheidern vorenthalten sein darf, sondern als einen Prozess, der sich im Werden und Vergehen vollzieht und zu dem alle aktiv beitragen sollen. [...] Stadtgestalterische Entscheidungen und konkrete Realisierungen von umbautem Raum geschehen weitgehend ohne Einflussmöglichkeit der BenutzerInnen. Ohne ihren aktiven Widerstand bleibt ihnen die Rolle als willfährige, manipulierbare Konsumenten von Wohnbehausungen, Konsumeinrichtungen und auf den Autoverkehr zugeschnittenen Verkehrsräumen. Wir versuchen, diesen Zustand mit den uns gegebenen Mitteln zu hinterfragen, zu unterlaufen und zu attackieren und finden unsere Einsatzorte zunächst auf Brachflächen, Freiräumen, Straßen, auf verbliebenen öffentlichen Plätzen - und im Kunstkontext.
    Das konkrete Realisieren von Räumen und Ideen anstelle des Verharrens in zumeist virtuellen Planungswelten funktioniert am ehesten durch kleinmaßstäbliche Umsetzungen und das Basteln von zunächst temporären Bauwerken - aus Abfallholz. [...]
    All dies ist problemlos erlernbar - es braucht dazu lediglich Frei- und Experimentalräume, günstige Materialquellen und Freiwillige, die es vormachen. Die gebaute Umwelt sollte von allen aktiv mitgestaltet werden können, das Basteln ist dafür der Anfang.

    (Folke Köbberling & Martin Kaltwasser: hold it!. jovis Verlag, 2009, S.9.)


  • Let's vitalize it!

    18 August 2012
    © JM

    Mit einem lachendem und einem weinenden Auge habe ich die Eröffnung von Our CenturY erlebt. Unser »Baby« ist groß geworden und geht hinaus in die Welt. Die Kollegen vom Bau haben keinen Akkuschrauber mehr in der Hand, keine Arbeitshosen an, der Schweiß ist getrocknet und wir lächeln uns plötzlich etwas schüchtern zu. Unsere Vision ist Wirklichkeit geworden: Menschen flanieren über die Holzstege und sitzen auf den Bänken, ganz selbstverständlich. Bunte Punkte, die sich auf die Holzpaletten malen, als hätte jemand mit lockerem Pinselstrich alle seine Farben ausprobiert.

    Die nächsten Tage verwandele ich mich zum Our CenturY Führer, begleite Freunde und Bekannte durch das Bauwerk, erzähle von den meditativen Stunden des Schraubens und teste die Bretter mit meiner kleinen Theatergruppe. Von der bunten Bank, die ich gebaut habe, wünsche ich mir nun Fotos mit Menschen. Alle meine Freunde habe ich beauftragt dort zu sitzen und mir ein Bild zu schicken. Etwas Bleibendes, etwas für das Erinnerungsalbum möchte ich haben, obwohl Our CenturY eben nicht bleibt. Wie alles Lebendige.

    (Verena - Volunteer Our CenturY)


  • Es ist soweit

    18 August 2012

    Heute um 17 Uhr wird Our CenturY eröffnet. Lasst uns gemeinsam anstoßen auf jede einzelne Palette, jede in Handarbeit verlegte Intarsie, auf alle Beteiligten, die das Projekt Wirklichkeit werden ließen. Cheers!


  • Eröffnung am Samstag, den 18. August

    16 August 2012

    In den vergangenen fünf Wochen haben fast 200 Freiwillige für Our CenturY Paletten getragen, Intarsien verlegt, gebohrt und geschraubt, gemessen und gesägt. Das begehbare Fußgängerkreuz ist Wirklichkeit geworden und die Jahrhunderthalle Bochum hat ein neues Eingangsportal, das nun sechs Wochen lang begangen, befahren, bespielt und betanzt werden darf. 

    Seid bei der Eröffnung von Our CenturY am 18. August um 17 Uhr dabei! Folke Köbberling und Martin Kaltwasser freuen sich darauf, mit allen Freiwilligen auf das gemeinsam geformte Kunstwerk anzustoßen! 


  • Werde was du bist

    16 August 2012
    © Helmut Stelzer

    Wir - das Kunstprojekt UNART e.V. Essen - haben mit den Jugendlichen und MitarbeiterInnen der Kinder-u. Jugendpsychiatrie, Station für Schulvermeider, der LVR-Kliniken Essen, Uni Essen Duisburg, während der Sommerferien an 2 -3 Tagen in der Woche, auf der Kunstbaustelle OurCenturY der Ruhrtriennale mit gebaut.

    Es gab vielfältige Aufgaben und manche Jugendlichen, die in unserem UNART Atelier lieber zugeguckt haben, entpuppten sich plötzlich als leidenschaftliche Baumeister mit gutem räumlichen Verständnis, handwerklichem Geschick und Bauleiterfähigkeiten. Andere wollten lieber Mitarbeiter sein, geführt und strukturiert werden; und so, durch die Anleitung und Führung entlastet, konnten sie kontemplativ Quadratmeter nach Quadratmeter Paletten auslegen, Holzleisten in die Zwischenräume einlegen und mit Akkubohrern die hunderten von Leisten verschrauben, sich als Teil aller empfinden, deren körperliche Fleißarbeit diese Riesenfläche aus Paletten, die Wege und Brücke entstehen ließ.

    Einige wurden durch die Möglichkeiten verschiedene Rollen auszuprobieren und einzunehmen zu dem was sie sind oder einmal werden können: ein leitendes, ein ausführendes oder ein innovatives Teammitglied.

    Gegen Ende der Arbeiten stachen uns Künstlern immer mehr interessante Paletten-Restformen ins Auge und wir beschlossen aus Paletten und Holzresten einen UNART Thron zu bauen. Interessante Holzstücke wurden gesammelt und für den nächsten Arbeitstag reserviert. Als die Jugendlichen am nächsten Morgen von der Klinik aufbrachen, lag - schicksalhaft - ein zauberhaft holziger Sperrmüllhaufen genau neben der Klinik - Setzkasten, Schlitten, Laubsägebild und diverse schöne Holzschachteln wurden begeistert eingeladen und der Thronbau konnte beginnen. Interessanterweise wurden nun die Jugendlichen, die bei der Palettenarbeit eher zurückhaltend waren, sehr aktiv. Auf dieses konkrete Objekt fokussierte sich ihre kreative Energie und half die Gruppenenergie neu zu bündeln. Innerhalb von einem halben Tag entstand ein kollektives UNART Objekt - der UNART Thron, der, auch wenn er nun einige nicht konzeptkonforme Blüten getrieben hatte, vom Team der Ruhrtriennale einen sehr würdigen Platz unter den Fahnen bekam. Was wir dankbar zu schätzen wissen.

    Die Paletten Landschaft und der Thron sind für die Jugendlichen ein Symbol für die Erfahrung, die sie wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben gemacht haben: Produktiv und kreativ Teil eines Kollektivs zu sein, indem sie sich mit ihren Fähigkeiten ausprobieren konnten, um herauszufinden was sie sind. Und wie sie diese Fähigkeiten einsetzen können, damit sie das werden können was sie sind.

    Sich einfügen in ein grosses Ganzes und zugleich einen individuellen Platz in der Welt erobern. Glück Auf !

    (Doris Halfmann&Helmut Stelzer - UNART e.V.)


  • Plattform frei...

    15 August 2012
    © Ulf Beck

    ...am Westbad wird heute unterdessen weiter gearbeitet.



  • An alle Bauenthusiast(inn)en!

    12 August 2012

    Our CenturY ist fast fertig! Damit wir es zu Ende bringen, brauchen wir euch! Am heutigen Sonntag wird wieder gebaut, von 9 Uhr bis in die Abendstunden. Kommt vorbei, bringt feste Schuhe mit und Werkzeug, falls vorhanden. Es erwarten euch nette Volunteers, leckere Snacks & ein warmes Mittagessen. Wir freuen uns auf alle Baubegeisterten und -erfahrenen ab 14 Jahren!


  • Insel im Holzmeer

    11 August 2012
    © JM

    Wahnsinn! Holz, herrliches Wetter, klasse Leute - die Arbeit macht riesigen Spaß! Heute darf ich an der Plattform Richtung Westbad mitarbeiten, es ist toll mit anzusehen, wie sich die hölzernen »Adern« in alle Richtungen erstrecken und ganz neue Dimensionen eröffnen...

    Ich bin schon total gespannt, wie es letzten Endes aussehen wird. Die Jahrhunderthalle wird langsam zur Insel im Holzmeer. Vorfreude, auf welcher noch gar nicht entdeckten neuen Plattform ich morgen helfen darf - erschaffen darf!

    (Elisabeth - Volunteer Our CenturY)



  • Eindrücke

    09 August 2012
    © Meike Wieland

  • Bretter, die die Welt bedeuten

    08 August 2012
    © Meike Wieland

    Die Bretter, die meine Welt bedeuten, liegen zurzeit vor der Jahrhunderthalle in Bochum. Ich habe kein Brett vor dem Kopf, aber ständig eines in den Händen und fühle mich wie ein Holzwurm im Schlaraffenland.

    Our CenturY wird immer größer, im Westpark und in mir. Während die Stichsäge vom fauchenden Raubtier zum surrenden Haustiger wird, bestehen meine Träume aus hellen Sägespänen. Mein Freund vermisst einen Topfuntersetzer, aber der ist aus seinem überhitzten Küchendasein ausgebrochen und zum Juwel einer Sitzbank geworden.

    Die Dinge verändern sich und wir mit ihnen, das ist das eigentliche Kunstwerk. Ob ich zur Eröffnung kommen würde, werde ich gefragt. Dabei frage ich mich eher, ob ich überhaupt noch weg gehen kann von diesem Gemeinschaftswerk. Mir scheint es, als wäre ich längst selbst zur Intarsie geworden, zusammen mit den zahlreichen anderen Freiwilligen, die sich da alle ineinander gesägt und geschraubt haben. Wir arbeiten Hand in Hand, selbst wenn wir uns oft gar nicht zu Gesicht bekommen. Nur die Holzstücke und Schrauben sind die Fußspuren unserer gemeinsamen Wanderung. Die Eröffnungsfeier ist das Ziel unserer Tour und natürlich werde ich den Gipfel nicht auslassen - aber wie jeder Bergsteiger bin ich vor allem vernarrt in die verschwitzten Stunden des Unterwegs seins.

    (Verena - Volunteer Our CenturY)


  • Azubis bauen!

    07 August 2012
    dm 6.8. / © Susanne Schuran

    Seit Projektbeginn versorgt der dm- drogerie markt die Baustelle mit wöchentlichen Sachspenden in Form von süßen und salzigen Knabbereien zur Stärkung für die fleißigen Helfer. Heute kam dann noch Man-, bzw. Girl Power dazu. Auszubildende und Mitarbeiter verschiedener dm Filialen der Region bauten selbst an einem Teil des temporären Kunstwerks mit. Am Ende des Bautages blieb noch Zeit, einen kurzen Blick auf das Bühnenbild der Eröffnungsproduktion Europeras 1&2 zu werfen...

    dm-Lehrling Vanessa Leese schildert ihre Eindrücke vom Bautag:

    »Wir, die Lehrlinge Dennis Matz, Carmelita Sener, Chantal Ascone und Vanessa Leese, konnten am vergangenen Dienstag, den 07.08.2012, das Kunstprojekt Our CenturY tatkräftig unterstützen.
    Nachdem wir am Morgen das Gelände rund um die Jahrhunderthalle, die darum liegende Fläche sowie den Künstler Martin Kaltwasser kennenlernen konnten, wurden wir zunächst auf Sicherheitshinweise u. ä. hingewiesen und mussten diesbezüglich auch Einverständniserklärungen unterschreiben.
    Mit Arbeitshandschuhen und festem Schuhwerk bewaffnet ging es schließlich ans Eingemachte: An einer bereits mit Europaletten verzierten Brücke sollte ein Weg (ebenfalls aus Europaletten), der sich an der Brücke entlang ziehen und schließlich zu einem entfernten Podest hinüberführen sollte, entstehen.
    Um dies zu ermöglichen, haben wir mit Hilfe von Harken und Müllsäcken zunächst den feinen Kiesboden ebnen müssen, um dann Palette für Palette in Partnerarbeit von einem großen Stapel wegzutragen und schließlich gerade auf dem Boden ausrichten zu können. Neben einer Maurerschnur und einem Zollstock benötigten wir hierfür oft kleine Holzreste, da die Paletten beim Begehen stark wackelten - dies nahm die meiste Zeit des Tages in Anspruch.
    Doch nach und nach ließ sich erahnen, was wir durch unsere Arbeit schufen.
    Als sich am Nachmittag unsere Früchte nach mühsamen Stunden endlich ernten ließen, verewigten wir uns auf kreative Art in einer farblich hervorgestochenden Europalette :) «



  • Abschleifen der Stresssplitter

    05 August 2012

    Seit zwei Wochen sind meine Tage anders als sonst. Sie enden, wenn es irgend möglich ist, zwischen Holzbrettern und Schrauben. Ich baue bei dem Projekt Our CenturY mit und ich bin begeistert.

    Zunächst war da nur eine Idee und ein Haufen altes Holz, unterdessen steht da schon etwas, das wirklich schön aussieht. Es ist wie Lego spielen, Puzzle zusammen setzen oder Mosaik gestalten. Nur ist das Puzzle riesengroß im Vergleich zu uns kleinen Menschen.

    Zuerst habe ich gedacht, das ist uferlos. Die riesigen Stapel mit Holzpaletten haben mich schon gedanklich erschlagen. Aber die Künstler Folke und Martin haben sich mit so überzeugter Selbstverständlichkeit dagegen gestemmt, dass es mitreißend ist. Sie arbeiten von morgens bis Sonnenuntergang und sind dabei noch vergnügt. Mit ihnen gehören einige Unentwegte zu dem Projekt, die während der Bauphase ihren Lebensmittelpunkt vor der Jahrhunderthalle haben. Dort sägen sie, schrauben, sortieren, erklären und schleppen. Jeder Freiwillige wird begeistert begrüßt und statt dröger Formulare bekommt man als erstes Arbeitshandschuhe in die Hand. Holz schleifen, Paletten stapeln, Lücken schließen. Es gibt für jeden eine Aufgabe und nur gemeinsam ist das Mammutwerk zu schaffen. Wir füllen Stück für Stück schmale Holzstücke in die Zwischenräume der Paletten, wir hämmern, schrauben, tasten, fühlen und bestaunen das Holz und sind dabei genauso lebendig wie unser Baustoff.

    Manchmal ist es heiß, manchmal regnet es, mir schlafen die Füße ein und der Rücken schmerzt, aber wenn ich nach Hause gehe, sind die Stresssplitter des Tages alle abgeschliffen und der Tag ist irgendwie in Ordnung.

    (Verena - Volunteer Our CenturY)


  • Mit der Familie zum Schrauben

    04 August 2012
    © Meike Wieland

    Ich gehe mit der Familie schrauben.
    Das ist mein neues Wochenendhobby!
    Ich könnte auch sagen: Wir gehen neuerdings Kunst machen, mein Sohn, mein Mann und ich.

    Bei Our CenturY schrauben und bohren wir und füllen Lücken. Und das den ganzen Tag lang. So geraten wir auch heute wieder, wie alle Volunteers, in den Präzisions-Paletten-Intarsienrausch. Wir fragen uns: Welches Stück Restholz füllt diese Lücke am ergreifendsten? Oder Christian raunt mir zu: Sieh nur, da ist die Lasur ganz wunderbar um die Ecke gelaufen. Das müssen wir für den Rand aufheben.

    Heute bauen wir also Sitze aus Blöcken, und die Blöcke entstehen aus drei aufeinander gelegten Paletten. Novum: Die Umrandung, die dürfen wir zufällig genau dem Bodenmosaik anpassen.

    Schaut mal, ob sie gelungen ist, unsere Sitzblockade.

    (Gunda - Volunteer Our CenturY / Freundeskreis Ruhrtriennale)


  • Die Europoolpalette

    03 August 2012
    © KK

    Die Europalette (korrekt eigentlich Europoolpalette) ist durch die EN 13698-1 genormt und besteht auf der Oberfläche aus fünf parallelen Brettern zu dreimal 145mm und zweimal 100mm Breite bei einer Fläche von 120cm mal 80cm. Das ließe theoretisch vier Lücken von 4,1cm, die es mit Intarsien zu füllen gilt. Soweit in der Theorie.

    Heute wurden wieder jede Menge Intarsien verlegt. Sowohl die Brücke als auch die kleine Fläche am östlichen Eingang zum Westpark werden langsam aber sicher begehbar. Noch immer gleicht die Arbeit einem gigantischen Puzzle: Finde das passende Brett zu genau dieser Lücke! Neben der Kreissäge liegen große Stapel mit verschieden breiten Intarsien. Hier hat man die Wahl zwischen 3 bis 7cm breiten Hölzern (soviel zur europäischen Norm). Wo die Puzzleteile gar nicht passen wollen, bleibt nur noch der beherzte Griff zur Stichsäge. Was wohl die EU zu so einem schönen Wellenschnitt sagt...

    (Julia - Volunteer Our CenturY)


  • Verschalung

    02 August 2012
    © JM

    Heute wurde das Our CenturY-Brückentor weiter verschalt.

    Verschalung, die. Synonyme sind: Schale, Außenhaut, Bespannung, Verkleidung, Ummantelung. Englisch: boarding. Türkisch: kaplama. Französisch: coffrage. Spanisch: el encofrado. Das Wort »Verschalung« hat laut Duden zweierlei Bedeutung: zum einen bezeichnet es die Tätigkeit des Verschalens, zum anderen bezeichnet es das Konstrukt an sich, also »ein aus Brettern, Holzpaletten o.ä. bestehendes Gefüge, mit dem etwas verschalt ist«.

    (Judith Matthes - No Education / Ruhrtriennale)


  • Wood

    01 August 2012
    © KK

    At the wood disposal facility today, we were trying to savage colourful wood panels for Our CenturY. It's amazing how much wood gets thrown away everyday. I thought there was an interesting dialogue between the trees behind the wood shredder and the wood piles waiting to be shredded. It is a complete lifecycle where trees turn into productions for human consumption and then back into the compost as nutrient for the trees.

    (Desmond Wong - Assistenz Künstlerische Leitung Our CenturY)


  • Brückentor

    31 Juli 2012
    © JM

    Wozu sind eigentlich Tore da? Sie dienen als Schleuse, als Schutz vor Feinden, zur Kontrolle der Passanten, als Stätte der Zollerhebung. Im Mittelalter wurden Stadtmauern um die Städte herum gebaut, durch die man nur durch das Stadttor kam - sie waren gesichert durch Zugbrücken sowie durch herunterlassbare Holz- oder Eisengitter und dicke Eichentüren.

    Tore dienen aber auch als Eingang zu dem Dahinterliegenden, Verborgenen. Wer ein Tor durchschreitet, hat plötzlich einen freien Blick auf etwas Neues. Die Brücke von Our Century ist solch ein Tor. Kein mit einem Eisengitter verschlossenes, sondern ein offenes. Sie erfüllt zweierlei Funktionen als Brücke und Tor. Durch dieses Brückentor erst wird der Raum dahinter zu dem, was er ist.

    Im Moment erinnert der Anblick desselben an ein riesiges Skelett. Heute wurde jedoch mit der Verschalung begonnen. Die Seiten des Brückenkonstruktes werden bis auf drei Meter Höhe mit Holzbrettern verkleidet. Das Holz hat vorher die Rolle eines Bretterzauns in einer Inszenierung in der Jahrhunderthalle gespielt. Nun findet der Zaun eine neue Verwendung. Mit Lochband wird er am Gerüst befestigt. Anschließend werden am Zaun Resthölzer installiert, sodass eine Struktur geschaffen wird.

    (Judith Matthes - No Education / Ruhrtriennale)


  • Der perfekte Tag

    29 Juli 2012
    © Cathrin Rose

    Manchmal stimmt einfach alles: die Menschen, die Stimmung, das Wetter, die Arbeit. So ein Tag war der Sonntag, an dem im Laufe des Tages immer mehr Menschen die Plattform auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle bevölkerten und gemeinsam die letzten Lücken in den Paletten füllten.
    Die beiden Künstler, Folke und Martin, haben an den abgeschrägten Seiten der Plattform gearbeitet, die schwierigsten Ecken und die schönsten, arbeitsintensiv und nur mit Liebe zum Detail zu schaffen. Alle anderen hatten nur ein Ziel: für jede der schon fast im Akkord zugesägten Holzlatten die ideale Lücke zu finden. Es war, als würden wir gemeinsam an einem riesigen Puzzle arbeiten.

    Um 17 Uhr, die eindeutig schönste Uhrzeit auf dem Vorplatz, wenn die Sonne die Palettenstapel im Hintergrund beleuchtet, so dass man sie am liebsten für immer dort stehen lassen möchte, wurde deutlich, dass wir es schaffen könnten! Also wurden die schmerzenden Knie ignoriert und das letzte aus den Akkubohrern herausgeholt. Alle blieben, länger als bis 18 Uhr, und am Ende belohnte der Blick auf eine geschlossene Fläche der Plattform.

    Wie eine alte, edle Tanzfläche sieht sie aus, die viele Geschichten erzählen kann. Ich freue mich schon auf die Arbeit an der Brücke in der kommenden Woche...

    (Cathrin Rose - No Education / Ruhrtriennale)


  • Intarsien in Akkordarbeit

    28 Juli 2012
    © JM

    Frauengesang schwebt über den Platz vor der Jahrhunderthalle. Ansonsten ist es am heutigen Samstag ruhig auf dem Gelände. Irgendwo surrt eine Säge, brummt ein Gabelstapler. Der Ursprung dieser Geräusche liegt in der Baustelle von Our CenturY, denn dort wird weiter gewerkelt, ob Wochenende oder nicht.

    Heute verschraubten wir mit einem Team von zehn Leuten Intarsien in Akkordarbeit. Es gibt ein neues System: die Hölzer werden mit der Kreissäge in einheitliche Längen zersägt und anschließend versetzt in die Lücken gefügt, so dass die Paletten miteinander verbunden sind. Diese Methode ermöglicht ein schnelleres Vorankommen, so dass das Ziel der geschlossenen Plattform bald erreicht ist. Martin Kaltwasser begann heute mit der Arbeit an der zweiten Diagonalen als Abschluss der Plattform.

    Immer wieder kommen Spaziergänger vorbei, bleiben stehen, beobachten das Geschehen. Etwas Neues fällt dem aufmerksamen Besucher auf: eines der Wasserbecken hinter der Jahrhunderthalle ist seit Ende dieser Woche mit einer Holzterrasse bedeckt. Diese »Wasserwelten« sind Teil des Konzepts von Köbberling/Kaltwasser und sollen mit Paletten bebaut und begehbar gemacht werden.


  • Das Team der Ruhrtriennale baut!

    27 Juli 2012
    © JM

    Heute war der Tag des Ruhrtriennale-Teams. Die Mitarbeiter tauschten für einen Nachmittag den Arbeitsplatz am Schreibtisch gegen die handwerkliche Arbeit auf der Our CenturY-Baustelle ein. Zwischenzeitlich waren bis zu fünfzehn von uns auf dem Gelände und bauten am begehbaren Autobahnkreuz mit. Eine ungewohnte Erfahrung für manche, die großen Spaß brachte. Und wir können stolz sein auf das Geschaffte! Auf der Brücke wurden die ersten Intarsien verlegt. Die Plattform ist fast komplett lückenlos, das Wegenetz breitet sich aus.

    Am Abend sammelte der Künstler Martin Kaltwasser eine Truppe Freiwilliger um sich und wies sie in das Verlegen der Paletten ein. Ihre Aufgabe ist es, den Weg wegführend von der Plattform in Richtung Westpark zu bauen. So streckt die fast fertige Plattform ihre Tentakel aus. Die sengende Hitze machte es tagsüber fast unmöglich, auf der Baustelle zu arbeiten.
    Am späten Nachmittag hatte Petrus jedoch ein Einsehen und schickte Gewitter und Regen. Nach einer einstündigen willkommenen Pause für uns war das Gewitter vorbeigezogen und ließ uns mit guter Luft und frischer Energie weiter an Our CenturY bauen.


  • Rundgang mit Heiner Goebbels

    26 Juli 2012

    Fast flimmert die Luft, so heiß ist es dieser Tage auf dem Gelände rund um die Jahrhunderthalle. Die Our CenturY-Community ließ sich dadurch jedoch auch heute nicht vom Bauen abhalten: am Vormittag kamen viele Freiwillige, unter anderem war der Unart e.V. wieder mit von der Partie! An Brücke und Plattform tat sich so einiges. Einige Helfer ließen es sich nicht nehmen, nach ihrem Feierabend noch vorbeizukommen und mitzuhelfen. Vielen tausend Dank für euer Engagement!

    Am späten Nachmittag war ein Filmteam für den WDR West Art auf der Baustelle unterwegs und begleitete Heiner Goebbels, den Künstlerischen Leiter der Ruhrtriennale 2012-2014 bei einem Rundgang über das Our CenturY-Gelände. Die Sendung wird am 30. Juli im WDR ausgestrahlt.


  • Wie auf dem Bau

    25 Juli 2012
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    Ein bisschen komisch ist das schon! Letzte Woche gab es Regen ohne Unterlass, die Temperaturen waren fast herbstlich. Und nun: 29 Grad im Schatten! Seit drei Tagen ist es die Sonne, die uns ohne Unterlass beglückt! Da hilft nur, sich dick mit Sonnencreme einzuschmieren, den breitkrempigen Sombrero aufzusetzen und sich mit einer Flasche Wasser bewappnet an die Arbeit zu machen. So fühlt sich also ein Bauarbeiter auf dem Bau!

    Die Jugendlichen vom Essener Unart e.V. und andere Bauenthusiasten legten heute wieder Hand an und arbeiteten an der Brücke. Der Brückenboden ist nun komplett mit Paletten verkleidet - der nächste Schritt ist die Verschalung des Geländers.

    Neugierige Blicke zog am Nachmittag ein Flugobjekt in der Luft über der Plattform auf sich. Eine Mitarbeiterin der Kultur Ruhr GmbH steuerte einen kleinen Helikopter des Typs „Ar Drone" per Fernsteuerung und filmte die Szenerie von oben. Die Aufnahmen sollen demnächst auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.


  • Wichtig: Sonnenschutz!

    25 Juli 2012

    An alle Bauenthusiasten: zieht euch zum Bauen helle Kleidung an und bringt
    Sonnenhut& -creme mit!


  • Start in die zweite Woche Our CenturY

    24 Juli 2012
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    Der Beginn der zweiten Woche Bauen an Our CenturY! Die Plattform, welche Teil des begehbaren Autobahnkreuzes ist, vergrößert sich unaufhörlich. Heute wurden auf der Seite zum Westpark hin mehrere Reihen Paletten neu angebaut. Diese sind durch die noch fehlenden bunten Intarsien von den älteren unterscheidbar. Auch auf der Brücke am Eingang zum Gelände rund um die Jahrhunderthalle wurde weiter gewerkelt.

    Die Sonne brannte mit voller Kraft auf die fleißigen Bauenthusiasten, die sich jedoch nicht davon abhalten ließen, mit anzupacken. Versorgt mit ausreichend Wasser und dick eingecremt mit Sonnencreme bauten heute rund 15 Menschen an Our CenturY.

    Gegen Mittag war auf der Baustelle ein Kamerateam am Werk. Sie drehten ein Interview mit dem Künstler Martin Kaltwasser, welches demnächst auf der Projekt-Homepage zu sehen sein wird. Parallel dazu waren zwei junge Männer für den Kölner Radiosender Funkhaus Europa unterwegs und befragten Beteiligte zu dem Projekt. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse!


  • Siebter Bautag

    22 Juli 2012

    Unter strahlender Sonne und gefühlten 30°C arbeiteten wir heute weiter an Our CenturY. Die Mitglieder des Freundeskreises der Ruhrtriennale waren wieder aktiv dabei und füllten u.a. die Zwischenräume der Paletten sorgfältig mit Intarsien. Die geschlossene Fläche vergrößert sich stetig und wird ihrer Funktion als begeh- und befahrbare Plattform immer mehr gerecht.

    Wir blicken auf ein tolles Wochenende zurück, an dem viel geschafft wurde. Am morgigen Montag ist Baupause, bevor es dann am Dienstag mit neuem Elan weitergeht.


  • Sechster Tag

    21 Juli 2012
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    Heute baute eine Gruppe Studierende aus Witten mit. Sie konzentrierten sich v.a. auf die Brücke unseres begehbaren Autobahnkreuzes und verlegten auf ihr Paletten. Eine der Brückenrampen ist nun komplett mit den Paletten bedeckt - ein großer Schritt im Bauprozess.

    Dieses Wochenende ist auch das Wochenende des Freundeskreises. Die Damen und Herren des Vereins der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale e.V. packten tatkräftig mit an und zeigten Begeisterung und Ausdauer. Das macht man nicht alle Tage, und gerade deswegen macht es Spaß, so der einheitliche Konsens.

    Schön ein Moment kurz vor Feierabend: wir wollen zu zweit einen Zehnerstapel Paletten mit dem Hubwagen transportieren, die Paletten liegen jedoch kreuz und quer aufeinander, was beim Transport gefährlich werden könnte. Was nun? Keine Kraft, keine Lust, alles neu aufzuschichten. Genau in diesem Moment kommen vier junge Männer die Auffahrt zur Jahrhunderthalle hoch. »Brauchen Sie Hilfe?« fragen sie. »Ja, bitte!« Innerhalb einer Minute ist der Stapel perfekt auf den Hubwagen geschichtet. Euch hat der Himmel geschickt!


  • Sammelaufruf: buntes Holz!

    21 Juli 2012

    Zum Füllen der Lücken in den Paletten benötigen wir noch buntes Vollholz: bringt uns eure kaputten Kinderstühle, Dachlatten und anderen Holzreste vorbei! Die Höhe sollte 2 bis 2,2 cm betragen.


  • Mindestalter 14 Jahre!

    21 Juli 2012

    Achtung: Wer bei uns mitbauen möchte muss aus sicherheitstechnischen Gründen mindestens 14 Jahre alt sein


  • Fünfter Bautag

    20 Juli 2012
    © JM

    Die erste Woche Bauen an Our CenturY geht dem Ende zu. Aus dem Holzhäuschen am Rande der bebauten Fläche erklingt Musik. Sarah, eine der spontanen Freiwilligen, hat sich die Kindergitarre gepackt und entlockt ihr nun leise Klänge. So soll es sein - Our CenturY wird bespielt, belebt, bewohnt. Innerhalb von fünf Tagen ist mit der Hilfe fleißiger Bauenthusiast(inn)en eine Fläche aus Euro-Paletten entstanden - fast so groß wie ein Fußballfeld! Die Paletten wurden zurecht gesägt, verlegt, nivelliert, mit Lochband verbunden, in drei Lagen übereinander geschichtet und zum Schluss mit Intarsien befüllt.

    Heute sind immer wieder Neugierige stehen geblieben, haben durch den Bauzaun gelugt und sich anhand der aufgehängten Schilder und im Gespräch mit den Künstlern über das Projekt informiert. Es finden sich Helfer. Neben den spontan Mitanpackenden gibt es jene, die an mehreren Tagen kamen und kontinuierlich mitbauten. So auch die etwa zehn Jugendlichen des Kunstprojekt Unart e.V. aus Essen. Sie waren bis auf einen Tag ausnahmslos dabei, trotz zum Teil heftigen Regens, und bauten und werden weiter mitbauen am Community-Projekt. Ein großes DANKESCHÖN an euch!

    Our CenturY nimmt langsam Form an - am Wochenende geht es weiter!


  • Vierter Bautag

    19 Juli 2012

    Am heutigen Donnerstag bauten etwa 25 Menschen an Our CenturY. Die gestern begonnene Intarsienarbeit wurde fortgesetzt, die Fläche der Terrassenplattform schließt sich nach und nach und der fantasievolle Betrachter erkennt bereits Muster und Gebilde auf den Paletten.
    Nun wird deutlich: hier entsteht ein Kunstwerk!


  • Dritter Bautag

    18 Juli 2012


    Der Abend des dritten Tages des Community-Projektes Our CenturY. Heute wurde sehr konzentriert gearbeitet, nach zwei Tagen Bauen saßen viele Handgriffe, der Umgang mit den Werkzeugen fiel leicht.

    Die Baustelle entwickelt sich stetig weiter: die Bochumer Architekturstudenten verlegten heute den zur großen Terrassenplattform führenden Weg. Nachmittags begannen wir, die ersten Intarsien einzufügen. Das Konzept der Künstler sieht ebene Flächen vor, auf denen auch Rollstuhlfahrer und Kinderwagen ungehindert vorwärts kommen. Dafür werden die Zwischenräume in den Paletten mit Holzstücken verschlossen. Das Holz dafür stammt aus den Vollholzresten der USB-Container, welche mit der Kreissäge in passende Stücke zerkleinert werden.

    Wer das Gelände rund um die Jahrhunderthalle kennt, erinnert sich an das große Zirkuszelt auf dem Platz. Dieses wurde in der vergangenen Woche abgebaut, heute wurden die letzen Container abgeholt, so dass nun Platz ist für eine von den Architekturstudenten entworfene Tankstelle am Rande der begehbaren Autobahn. Für positive Überraschung sorgten zwei Herren, die kurz vor Baustopp vorbeikamen und spontan beim Aufräumen halfen.

     


  • Zweiter Bautag

    17 Juli 2012

    Zwei riesige orangefarbene Container stehen am Rande des Platzes. »Mama, guck mal, was ich gefunden habe!«, ertönt es aus einem von ihnen. Die Kinder der beiden künstlerischen Leiter stehen in einem der Container des USB Bochum und trennen das für unser Projekt wertvolle Vollholz vom Pressholz. Jan-Gregor hält begeistert eine Kindergitarre hoch. Was sich nicht alles in dem vermeintlichen Müll verbirgt…

    Heute ist der zweite Bautag, und der begann am Morgen mit vom grauen Himmel strömenden Regen. Aber das hielt uns nicht davon ab, das Werkzeug in die Hand zu nehmen und loszulegen. Die mit Paletten bedeckte Fläche vergrößert sich kontinuierlich. Ein Detail zieht den Blick des Betrachters auf sich: quasi über Nacht ist am Rande der Palettenfläche ein kleines Häuschen entstanden. Der neugierig durch die Ritzen Hineinlugende sieht eine komplett aus Fundsachen bestehende Einrichtung: Stühle, ein Bücherbord, eine Garderobe mit Winnie dem Puh - Bären und sogar eine Kaffeemühle gibt es. Auch heute sind wir eine Gruppe von etwa 20 Personen, erstmals dabei sind Architekturstudenten der Uni Bochum, mit denen eine Kooperation besteht und die in den kommenden Wochen ihre eigenen Entwürfe am begehbaren Autobahnkreuz umsetzen werden.

    Der Container ist nun, am Ende des Bautages, fast leer. Die Stapel mit dem Vollholz liegen bereit und warten auf ihre Weiterverarbeitung zu Intarsien für die Zwischenräume der Paletten. Die Sonne hat auch zwischendurch geschienen und uns für unser Durchhaltevermögen belohnt - und wir freuen uns auf einen weiteren Bautag voller Überraschungen!

     



  • Offizieller Baubeginn

    16 Juli 2012

    Der erste offizielle Bautag von Our CenturY neigt sich dem Ende entgegen. Es hat sich einiges getan auf dem Gelände vor der Jahrhunderthalle. Heute Nacht werden wir mit Sicherheit alle gut schlafen, geschafft und zufrieden mit dem Geschafften.

    Es waren wohl alle gespannt, wie der Baustart anlaufen würde, einerseits herrschte Vorfreude auf das Projekt, andererseits Bangen, denn es war nicht abschätzbar, wer und wie viele am ersten Tag kommen würden, und auch das Wetter bereitete uns Sorgen.

    Gemeinsam mit uns haben heute etwa 20 Freiwillige die ersten Paletten verlegt, diese mit Lochband verbunden, sich über die Sonne gefreut, sich in den Finger geschnitten, gequatscht, mit dem Akkubohrer gebohrt, gelacht, aus Paletten spitz herausragende Nägel entfernt, das wohlverdiente Mittagessen genossen, Holz in Container sortiert und und und. Tageshöhepunkt war eine Pressekonferenz, in deren Rahmen sich Journalisten verschiedener Zeitungen und Fernsehsender über das Projekt informierten und mit ihren Kameras das (Bau-) Geschehen einfingen. Folke Köbberling, Martin Kaltwasser, Heiner Goebbels und andere Beteiligte gaben einen Einblick ins Projekt und standen Rede und Antwort.  Wir können stolz sein auf das was wir gemeinsam geschafft haben und freuen uns auf morgen. Vielen Dank an alle Bauenthusiasten und Bauenthusiastinnen!


  • Inoffizieller Baubeginn

    12 Juli 2012

    Inoffizieller Baubeginn des Community-Projektes Our CenturY. Die beiden künstlerischen Leiter Folke Köbberling & Martin Kaltwasser und ihr Assistent Desmond Wong treffen sich zu einer ersten Besprechung mit dem Rest des Teams vor Ort an der Jahrhunderthalle. Rechts vor dem Foyer der Halle Berge von Euro-Paletten und drei große Container, geschützt durch einen Bauzaun. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, bevor es am kommenden Montag 9 Uhr offiziell mit dem Bau losgeht und die ersten von 5.000 Paletten verlegt werden…